Lyrik 2

hunger

zwischen den zeiten
treibt mein hunger
nach deinem fleisch
zerteilt mein eignes mir
suche ich heimat dort
am ort der furcht
vor meiner gier

erwartung

im vorschein des gleich
ein moment der mich erwartet
verliert sich das begehren
die freiheit dahinter
wenn der glanz erlischt
werden die augen schön

BLUES

das Lachen ist in moll

das – zwischen jetzt und gleich

rührt sich nicht von der Stelle

zu früh, zu spät

das Leben in der Warteschleife

hört sich selber zu

und die Erlösung ist erst morgen früh

- vielleicht

Widergänger

Auf ihre Niederkunft aus den Archiven

Unzucht der Theorien   mit sich selbst

Der Gang Geschichte ist ein Kreisgang

Im Keller Leichen         warten

auf die Auferstehung

Stillstand ein Transit   die Utopie ein Virus

Die Hoffnung   WIDERSTAND DER KÖRPER GEGEN

DIE NOTZUCHT DURCH DEN SACHZWANG

DER IDEEN   Der Text fickt seinen Spieler

Die Maske hält zusammen sein Gesicht

Und wahrt den Schein   und aus dem Dunkel

Zwischen ICH und ICH   Geschichte

eines Raubtiers Traum

millenium

die langeweile ist kurzlebig geworden

ein erinnerungsloses vergessen

in der arbeit am zeitgewinn

verliert sich das begehren

im tausch der kopien

es gibt keinen besseren grund

nichts mehr zu sagen

du & ich

schände meinen leib

mit deiner wollust – nur

was du dir nimmst

gehört auch wirklich dir

und dann erst weiß ich

deine gier – meint mich

wanderer

bin nicht der gebundene

und binde mich nicht an

nur dann & wann

berühr ich deine haut

und laut dein schrei

der nach mir ruft

es wird gewesen sein

wenn ich dran denk

dann bin ich ruhig

randvoll von glück

ein guter wanderer

lässt keine spur zurück

adieu

im hafen des elends

würmer im herzen

die liebe die mich

gekreuzigt erfunden

aus dem blut der sprache

und fürchte den winter

der bequemlichkeit dann

(nach a. r.)

Sinnkrise


Warum / Darum

zwischen den Stühlen

eigener Gedanken

das ist es  nicht

was mich nicht

unglücklich macht

Irrtum

geglaubt

ich hätt’s gefunden

in den Träumen

heute Nacht

Aut-o-poesie


der stein der ins wasser fällt

fällt hier und

dort in der anderen welt

auf anderen grund

blickscheu der lachschrei

erinnert an den zorn

von eigenem

nicht gelebten leben und

ist gefangen in der wiederholungsschleife

auge in auge mit dem schicksal

und sucht die GRENZE

seiner möglichkeiten

der ausgang scheint verschlossen und

der STEIN vom berg herunter

rollt immer bis zum grund

(für mario)