Lyrik 4

namenlos

da ist der blick

der die wangen rötet

da ist die lust

die schwemmt aus dem leib

und die sorge

verliert sich

in der welt

die sehnsucht

namenlos

drift


von wort zu wort

verbraucht sich wort und

wort und wort um wort

stellt sich kein sinn mehr

von sprechen ein

das tönen überklingt

das hören können, wollen, müssen

das wortbild tönt vorbei

am klang und wirft den ton

auf sich zurück und

stille ist ein weg

sie schenkt das glück

und deine worte kommen

dann zu dir zurück

PASSION

I

der zweifel tief

in diese welt

gegründet (ist sie) am ende

oder doch am anfang

und weiß nicht mehr

was mich hier hält

und schließ die augen

und der vorhang fällt

II

und das gefängnis

dann aus tausend spiegeln

die immer alten worte

singen mich taub

der kreuzweg ist

nur eine wiederkehr

des anfangs hoffnung

wird zu staub

III

die frohe botschaft

soll ein andrer bringen

und zuversicht

das ist nicht meine arbeit

unter der sonne

die das gedächtnis löscht

am abgrund dieser

tränenlosen welt

IV

und würde gern

den vater fragen

warum soll ich

allein mit mir

den langen weg

diese bürde tragen

für wen und auch

in wessen namen

frage ich – wofür

V

denn meinen weg

den ich gehen werde

der wird ein irrsal

ohne ankunft sein

und hebt die teilung auf

als bestimmung –

geb ich mich hin

dann bin ich dein

sturz in leben

im schweben zwischen
der und jener welt
gehen die gedanken
auf die reise
zu deinem wesen
das mich hält
wenn ich den boden
unter mir verlier
und weiß genau
bin deine andre hälfte

WASSER

der sehnsucht
die unendlichkeit
raum
vor dem horizont
im abgrund
morgen
spiegel
sind
untiefen
von
seelen