Lyrik 6

shorts

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im nachtwind
verlassend
die landschaft
der seele
das bleibende
ist unerfüllt

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mit fastendem
herzen begehrt
das ich
ist abwesend
nur ein
leerer spiegel

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an der schwelle
des tages
halten die reste
dich fest
morgen ist gleich
doch du bist noch gestern

angekommen im transit


kein ziel oder ein falsches

zu wenig proviant im kopf

gelandet ohne anzukommen

gestrandet an den eigenen gedanken

gescheitert durch zuviel ICH

(und das ist schwer mit sich beschäftigt)

kein lotse findet sich

es ist irgendwie verfahren

„das antlitz der andern seh’ ich nicht“

da sind die türen zugeschlagen

und jeder sucht für sich

ob jeder da sein schätzlein find?

willkommen hier im labyrinth

PATHIO OF MY OWN

das ICH

erschöpft und müde

sich wenig kennend – (noch)

begegnet auf der reise

durch findung

seinem SELBST

dem Anderen in mir

in einer spielzeit

frei der sorge

lieb dein symptom

so – wie dich selbst

schritte auf dem gang

die schritte auf dem gang
die sind in meinem kopf
und die gedanken fliegen
leise durch die nacht
denn meine sehnsucht hat
mich weit gemacht
und auf dem weg zu dir
geh ich ein halbes leben
bis ich mich wiederfinde
dort wo ich schon immer war
und deine worte sagen klar
komm mit auf diese reise

pathos in weiss

im niemandsland des lichts
an den rändern des seins
blind die zukunft erwartend
irren die seelen
im treibsand der hoffnung
am horizont der unendlichkeit
rastlos bis zum jüngsten tag
eiszeit der worte

binde mich wenn du

dich binden willst
das seil am andern ende
hält dich fest
und der gebundene bist du
wie der betrachter auch
gefesselter des bildes ist